Unser Kollege, Herr Dr. Dominik Lalak, hat seine Doktorarbeit mit dem Titel „Zwei Codes, zwei Welten: Das Funktionieren von Heranwachsenden unter realen und virtuellen Bedingungen – die Rolle des Kontexts (offline vs. online) in Bewertungsprozessen“ im Fachbereich Psychologie an der Universität Warschau erfolgreich verteidigt. Wir gratulieren herzlich!
Zusammenfassung
Eine dynamische Entwicklung der Technologie insbesondere des Zugangs zu einem vielschichtigen Internet haben zu der Möglichkeit der ferngesteuerten Realisierung von täglichen Aktivitäten und Erfüllung von Bedürfnissen beigetragen. Der gegenwärtige technische Fortschritt nebst Lösungen zur Sicherstellung der Netzverbindung gestatten eine Hervorbildung von virtuellen Bedingungen für soziales Funktionieren.
Seine Hauptempfänger und Begünstigte sind die Jugendlichen, die zu Beginn dieses Jahrhunderts geboren wurden. Die aktuelle Entwicklung und der Prozess des Heranwachsens von jungen Leuten erfolgen in einer Welt, welche mit der digitalen Technologie überfüllt ist, die ihnen zugleich eine dauerhafte Koexistenz ermöglicht.
Die Fragen und Hypothesen betreffend Einfluss von Kontext (off-line vs. on – line) sowie von Werkzeugen (analog vs. digital) innerhalb der verschiedenen Erscheinungsformen der Wertung, die die Wahrnehmung von unterschiedlichen Aktivitäten, zwischenmenschlichen Relationen, Situationen der Beeinträchtigung von sozialen Normen und der damit einhergehenden Folgen sowie der Wertungskriterien von anderen Menschen legten das Forschungsgebiet der Doktorarbeit fest.
Die Forschungsergebnisse zeigen vor allem, dass die Wahrnehmung und Wertung von gleichen Erscheinungen des gesellschaftsrechtlichen Lebens durch die Jugendlichen nach dem off-line vs. on -line Kontext differenzieren, in denen sie auftreten. Sie demonstrieren zugleich den Einfluss einer automatisierten und nicht bewussten Einwirkung der digitalen Welt auf den Wertungsprozess.
Sie bilden gleichzeitig eine grundlegende Voraussetzung für die Gewinnung von Verständnis für die Spezifik und allgemeine Verbreitung von gleichartigem Cybermobbing vor dem Online- Hintergrund einer abgemilderten Beurteilung der Opfersituation und der Täterverhaltensweisen. Dies alles bestätigt einen universellen Charakter von On- Line Kontexten. Ihre Assoziation mit jeder beliebigen Form des gesellschaftlichen Funktionierens genügt, um dafür typische Schemas bzw. Skripten zu aktivieren, die die Grundlage für eine bestimmte Beurteilung durch die Jugendlichen dann abgeben.



