1. Die Idee der Bildung von BITCOIN und von anderen Kryptowährungen
Das Konzept von Bitcoin wurde durch eine Person oder durch eine Gruppe, welche unter dem Decknamen Satoshi Nakamoto handelte, entwickelt. In dem sog. Whitepaper („Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“) hat Nakamoto seine Vorstellung von dem neuen Zahlungssystem präsentiert, welches folgende Merkmale hat:
- Es bedarf keiner Vermittler (z. B. Banken oder finanzielle Institutionen)
- Es ist verstreut (Fehlen einer Zentralautorität),
- Es ist sicher und transparent (durch die Anwendung der sog. Blockchain – Technologie
- Es ermöglicht die Übermittlung von Kryptowährungseinheiten zwischen den Benutzern unter Ausschluss von traditionellen Finanzsystemen
Bitcoin (BTC) sollte als Erwiderung gegen die Finanzkrise im Jahre 2008 gelten, die die Mängel und Schwächen des Bankensystems gezeigt hat basierend auf Vertrauen in die traditionellen Zentralinstitutionen
Folgende Ziele lagen der Bitcoin – Währung zugrunde:
- Dezentralisierung – Fehlen einer Institution, die die Emission und Übertragung von Einheiten überwacht
- Beschränktes Angebot – Höchstens 21 Millionen BTC, um der Inflation entgegenzusteuern,
- Transparenz – sämtliche Transaktkonen sind innerhalb des Blockchain- Systems öffentlich zugänglich
- Finanzielle Unabhängigkeit: Benutzer kontrollieren selbst ihre Mittel ohne Hinzuziehung einer Bank
- Sicherheit: durch Einsatz von Kryptographie ist das Risiko der Fälschung von Transkationen gering
Warum kam es zur Bildung von anderen Kryptowährungen?
Nach dem Erfolg von BITCON wurden tausende von neuen Kryptowährungen eingeführt, von welcher jede ein anderes Ziel verfolgte:
- Etherum – mit Hilfe dieser Kryptowährung wurde die sog. Smart Contracts geschaffen, um die Bildung von dezentralisierten Applikationen (DApps) zu ermöglichen,
- Monero/Zcash – hier wird die Anonymität von Transaktionen in den Mittelpunkt gerückt,
- Ripple (XRP) – wurde ursprünglich mit dem Ziel entwickelt, um schnelle und billige Transaktionen zwischen den Banken zu ermöglichen
- Stablecoins wie z. B. USDT, USDC haben einen festen Wert, oft angebunden an den Dollar um die Preisänderungen zu verringern,
- DeFI (Decentralized Finance) – stellt eine neue Bewegung dar, um eine Alternative für die Banken und Bankenkredite in Anlehnung an die Blockchain zu ermöglichen
2. Kryptobörsen als Teil des Teil des Ökosystem von digitalen Vermögenswerten
Die Kryptobörsen spielen eine Schlüsselrolle im Ökosystem von digitalen Vermögenswerten dar, das ihren Benutzern den Kauf, den Verkauf und die Verwahrung von Kryptowährungen ermöglichen. Dies kann mit den traditionellen Wertpapierbörsen verglichen werden, aber sie handeln schneller, dezentralisierter und in der Regel rund um die Uhr.
a. Zu den Funktionen von Kryptobörsen gehören:
- Kauf und Verkauf von Kryptowährungen (BTC, ETH, altcoiny, stablecoiny itp.)
- Tausch von Fiat- Währungen gegen Kryptowährungen (z.B. PLN gegen BTC)
- Verwahrung von Mitteln (hot wallet – online)
- Zugang zu den Trading – Werkzeugen (Aufträge-Leverage, technische Analyse))
- Auflistung von neuen Tokens und Projekten (z.B: im Rahmen von ICO oder IEO)
- Staking und DeFi – zusätzliche Dienstleistungen, die den Benutzern ermöglichen das Geld passiv zu verdienen
b. Arten der Kryptobörsen
i. zentralisierte Börsen (CEX)
- Beispiele: Binance, Coinbase, Kraken, BitBay (Zonda)
- Die Benutzer eröffnen ein Konto über KYC (Überprüfung der Identifizierung)
- Die Börse nimmt eine Vermittlerrolle bei den Transaktionen ein und verwahrt die Mittel
- Vorteile: leichtes Handhaben und hohe Liquidität
- Nachteile: Anfälligkeit für Hacking – Angriffe, Notwendigkeit des Vertrauens in das Unternehmen
ii. dezentralisierte Börsen (DEX)
- Beispiele: Uniswap, PancakeSwap, dYdX
- Handeln unmittelbar in Blockchain, ohne Vermittler
- Benutzer behalten eine volle Kontrolle über ihre Mittel
- Vorteile: höhere Anonymität, Fehlen von KYC
- Nachteile: niedrigere Liquidität, schwierigere Bedienung, Risko von Fehlern von Smart – Verträgen
c. Bedeutung von Börsen für das gesamte Eko-System
- Sie bilden einen Liquiditätsmarkt, welcher das Funktionieren von Kryptowährungen als Zahlungsmittel und Anlagevermögen ermöglicht,
- Sie sind ein Verbindungslied zwischen der Sphäre von traditionellen Finanzen (Fiat) und der digitalen Sphäre,
- Sie unterstützen die Preisbildung – auf den Börsen werden die Kurse für die Kryptowährungen gebildet
- Sie ermöglichen die Entwicklung von Blockchain-Projekten z. B. durch die Einführung von neuen Token
- Ferner haben sie auch eine Bildungsfunktion, indem sie die Nutzer über die Verwendung von Kryptowährung unterstützen
3. Kryptowährung in der Gesetzgebung (Stand für 2024–2025)
Die Kryptowährungen werden in Polen und EU zunehmen gesetzlich reguliert, obwohl sie nach wie vor als offizielles Zahlungsmittel nicht anerkannt sind
a) Status von Kryptowährungen in Polen
Einführung:
Die Kryptowährungen werden als Zahlungswährung nicht angesehen – in dem polnischen Recht von Kryptowährungen gelten sie jedoch als Vermögensrecht,
Die Benutzung von Kryptowährungen ist rechtmäßig, sofern diese Benutzung nicht für kriminelle Zwecke geschieht (z. B. Geldwäsche)
Zu den Aufsichtsorgangen gehören KNF (Finanzaufsichtskommission) , das gegen das Risiko der Investments in die Kryptowährung die Warnungen ausspricht aber ihre Benutzung nicht verbietet, NSA (Oberstes Verwaltungsgericht) hat bestätigt, dass der Handel mit Kryptowährungen eine Form der Führung der wirtschaftlichen Tätigkeit ist.
Die aus dem Handel von Kryptowährungen erzielten Umsätze werden mit dem Steuersatz in Höhe von 19% versteuert. Nach der Entscheidung des EU Gerichtshofes von 2015 unterliegen die Krypto-Transaktionen keiner VAT Besteuerung. Die Verluste können in den nächsten Jahren aber nur im Rahmen von Kryptowährungen und nicht im Rahmen von anderen Zahlungsmitteln abgeschrieben werden.
UE Regelunge – MiCA
MiCa bezieht sich auf die Bezeichnung: Markets in Crypto Assets, die eine umfassenden Regelung der EU von 2023 erfahren, die in den folgenden Jahren 2024 -2025 eingeführt werden sollte. Sie regelte den Status der Emittenten von Kryptowährungen und der Anbieter von Dienstleistungen im Bereich von Kryptowährungen (z. B. Börsen). Ferner auferlegt sie diverse Pflichten über die Registrierung und Berichterstattung und beim Verbraucherschutz. Schließlich sollen die Rechtsträger, welchen auf dem digitalen Markt tätig werden, einen Lizenz dafür zwingend erlangen.
AML (Anit – Money Laundering) und KYC (Know Your Customer) Regelungen
Die obigen Regelungen bezwecken den Schutz gegen Geldwäsche, die zunehmende Identitätsfeststellung von Teilnehmern auf den Kryptobörsen (insbesondere CEX). Polen hat die EU- Richtlinie AML5 in die polnischen Rechtsordnung umgesetzt, die u. a. die Pflicht zur Registrierung von Kryptowährungen in GIIG regelt. Es sind weitere Regelungen von StabelCoins und DeFi in EU und in den Mitgliedsstaaten vorgesehen. In Polen sind darüber hinaus die Gesetzesänderungen geplant, die die Aufsicht über die Unternehmer, die auf dem Kryptomarkt tätig sind verstärken und die Verstöße gegen die MiCA Vorschriften pönalisieren sollen.
4. Risiken im Zusammenhang mit den Transaktionen in Kryptowährungen
- Fehlen des Rechtsschutzes und der Aufsicht seitens KNF oder NBP (Transaktionen können nicht rückgängig gemacht werden
- Hackerangriff, die die Börden und Kryptobörsen zum Gegenstand haben ( Erschleichen von Zugangsschlüsseln mittels Phishing)
- ständige Änderungen von Preisen
- Rechtliches und steuerrechtliches Risiko (unklare und änderbare Regelungen – z. B. Steuervorschriften)
- Betrügereien und Ponzi – Schemas (fälschliche Produkten von Kryptowährungen)
- Verlust des Zugangs zu den Mitteln (z. B. Verlust des Zugangsschlüssel oder der Passwords für immer)
- Geopolitisches und technologisches Risiko (Verbot der Verwendung in einigen Ländern z. B. China – Quantencomputers)
5. Kryptwährungen in Polen
Das Interesse an Kryptowährungen blieb in Polen in 2024 auf einem hohen Niveau obwohl dieses Interesse von Vorsicht und höherem Bedürfnis nach Bildung und Regulierung begleitet wird.
40,1% von Polen sind der Auffassung, dass das Investieren in die Kryptowährung sicher ist. 32,1 % der Bevölkerung teilt die entgegengesetzte Meinung und 27,8% kann keine Meinung in dieser Frage bilden. Die Personen, die Anlagen in Kryptowährungen für sicher halten, sind im Alten von 19 bis 24 Jahren mit einem Netto- Einkommen von 7 bis 9 Tausend PLN.
In die Kryptowährungen investieren hauptsächlich Männer im Alten von 26 bis 45 Jahre (90,1 %), mit Hochschulabschluss (47, 9 %) oder mit einer Mittelstufe- Ausbildung (ca. 44,80 %). Die meisten von Ihnen arbeiten im IT- Sektor (15,50 %), Bauwesen (10,90 %) und im Transportbereich (10,10 %).
Die Spanne der Investition ist wie folgt verteilt:
36,70% investiert weniger als 1% der Finanzaktive in Kryptowährungen, 10% sieht für diese Anlage über 25% ihrer Aktiva vor. Die Höhe der Anlage bewegt sich zwischen 1000 bis 7642 PLN (im Durchschnitt).
Generell lässt sich sagen, dass 86,6% der Befragten der Auffassung ist, dass die Perspektiven der Entwicklung auf dem Markt der Kryptowährungen sehr positiv sind. 75% plant die Anlagen in Kryptowährungen im laufenden Jahr zu erhöhen. Die meisten Befürworter sind im Alter von 18 – 24 Jahren und leben auf dem Lande oder in Kleinstädten.
Die Experten heben hervor, dass das mangelnde Wissen von den Anlagen in Kryptowährungen zu Betrügereien und Verlust von Ersparnissen führen kann. Die Finanzbildung in diesem Bereich ist von Bedeutung, damit die Polen in diese Währung sicher investieren und Risiken vermeiden können.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass obwohl das Interesse an den Kryptowährungen in Polen steigt, nach wie vor ein Bedürfnis nach erhöhter Finanzbildung und nach Einführung von entsprechenden Regelungen besteht, um eine Sicherheit für die Investoren beim Ungang mit Kryptowährungen zu schaffen.




